• Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für traumatisierte Flüchtlinge?

    Ein erheblicher Anteil an Menschen, die in Deutschland derzeit Asyl beantragen, war in ihrem Herkunftsland oder während ihrer Flucht traumatischen Erlebnissen ausgesetzt. Sie wurden gefoltert, körperlich und psychisch misshandelt, vergewaltigt oder erlebten hautnah die Ermordung ihnen nahestehender Angehöriger. Diese Erfahrungen können neben körperlichen Verletzungen auch tiefe seelische Narben hinterlassen. In der Regel ist es einfacher körperliche Symptome zu diagnostizieren und zu behandeln. Seelische Verletzungen hingegen sind nicht unmittelbar erkennbar, sie zeigen sich vielmehr in diffusen psychischen und/oder psychosomatischen Störungen. Die nach Extremtraumatisierungen verbundenen pathologischen Reaktionen werden unter der posttraumatischen Belastungsstörung erfasst.

    Zu den häufigsten psychischen und körperlichen Beschwerden nach Extremtraumatisierung zählen:

    • Aggressionsstörungen oder Anpassungsstörungen
    • Essstörungen, Suchtverhalten
    • Depressionen
    • Schlafstörungen
    • Ängste, Verfolgungsgedanken
    • Gefühle der Selbstunsicherheit und Wertlosigkeit
    • Suizidgedanken
    • Selbstschädigendes Verhalten und Suizidversuche

    (Quelle: Fiechtner/Drößler/Bercher/Schlichenmaier (Hrsg): Verteidigung der Menschenwürde. Die Arbeit des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm (BFU); 2015; S. 5; 177 ff.)

    Traumatherapeutische Behandlung gehört ausschließlich in professionelle Hände. Ehrenamtliche leisten einen wertvollen Beitrag, indem sie Betroffene darin unterstützen, professionelle Unterstützung überhaupt in Anspruch zu nehmen. Asylbewerber, die unter schweren psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen in Folge eines schweren traumatischen Ereignisses leiden, können trotz der medizinischen Einschränkung auf die Behandlungen akuter Krankheiten in begründeten Einzelfällen therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

    Die Kostenübernahme muss im Einzelfall mit dem zuständigen Sozialamt abgeklärt werden.

    Ansprechpartner:

    Herr Frei
    Tel. 0731/7040-2611
    E-Mail: matthias.frei@lra.neu-ulm.de

    Herr Resul Parlak
    Tel. 0731/7040-2615
    E-Mail: resul.parlak@lra.neu-ulm.de

    Fax: 0731/7040-2698

    Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm/Neu-Ulm

    Innere Wallstraße 6
    89077 Ulm
    Tel. 0731/22836 und 9215442
    Fax 0731/15979000