BCKategorie 13.05.2015 11:57:52 Uhr

Die Grabungen der Kreisarchäologie Neu-Ulm

Zum 01. Juli 1985 wurde Richard Ambs vom Kreistag13 zum Kreisheimatpfleger für Vor- und Frühgeschichte bestellt und führt seit dem 20.02.1995 die Dienstbezeichnung „Kreisarchäologe“14. Bereits im August 1985 erfolgte die erste Grabung des unter seiner Leitung neu gegründeten Archäologischen Arbeitskreises: Auf der Flur „Im Thale“ von Illerberg wurde ein durch landwirtschaftliches Tiefpflügen erheblich gefährdeter hallstattzeitlicher Grabhügel untersucht, der sich mit noch etwa 50 cm Höhe im Ackerland abzeichnete. Diese erste Rettungsgrabung wurde ein voller Erfolg15 und machte Mut. Seither unternahm der Arbeitskreis der Kreisarchäologie Neu-Ulm 116 Rettungsgrabungen und Notbergungen16.

Der Archäologische Arbeitskreis bestand am Anfang neben dem Kreisheimatpfleger aus der Vöhringer Familie Martin († Okt. 2000), Lore und Peter Wischenbarth sowie Eberhard Bühler aus Neu-Ulm/Burlafingen. In den letzten Jahren stießen neu der Schüler Stefan Reuter, inzwischen Doktorand der Provinzialrömischen Archäologie,sowie Helga Allig aus Neu-Ulm und Reinhard Fiedler aus Burlafingen zu der Arbeitsgruppe. Neben diesen ehrenamtlichen Mitarbeitern sind weitere Helfer zu verzeichnen, die sich mit großem Engagement für die Archäologie im Landkreis, oft auch nur in ihren Heimatorten, einsetzten17.

Bei der Vorbereitung und Dokumentation größerer Grabungen, welche sich z. T. über mehrere Sommerkampagnen erstreckten, war das Einmessen der großflächigen Grabungsbereiche sowie der zahlreichen Fund- und Befundstellen eine sehr wichtige Amtshilfe durch das Stadtmessungsamt Neu-Ulm.

Anmerkungen:

13 Am 11.06.1985 beschloss der Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Kreistages die Bestellung von Richard Ambs zum Kreisheimatpfleger für Vor- und Frühgeschichte zum 01.07.1985.
14 Aufgrund des sich im Laufe der Jahre erweiternden Tätigkeitsfeldes auf alle Bereiche der Bodendenkmalpflege, d.h. der Archäologie der Vor- und Frühgeschichte, des Mittelalters und der Neuzeit, führt R. Ambs durch Beschluss des Schul-, Kultur- und Sportausschusses des Kreistags seit dem 20.02.1995 die Dienstbezeichnung „Kreisarchäologe".
15 Es wurde das „Herrengrab von Illerberg“ untersucht, ein hallstattzeitlicher Grabhügel der Epoche HA C mit der Bestattung eines Herren, dem als Beigaben sein Schwert, ein reich verziertes Pferdegeschirr samt hölzernem Joch und ein großer Geschirrsatz mit ins Grab gegeben worden waren.
16 Für diese Arbeit erfuhren der Arbeitskreis und mehrere Mitglieder öffentliche Ehrungen:
Am 27.09.2002 wurde dem „Arbeitskreis für Bodendenkmalpflege“ vom Vorsitzenden des BAYERISCHEN LANDESVEREINS FÜR HEIMATPFLEGE Landtagspräsident Johann Böhm die Medaille „Für vorbildliche Heimatpflege“ verliehen. Am 21.11.91 wurde Richard Ambs mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille, am 03.05.2001 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und am 19.09.1994 wurde die Familie Wischenbarth ebenfalls mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille für besondere Verdienste um den Denkmalschutz ausgezeichnet.
17 Dr. Michel Reistle (†) aus Hörvelsingen, Hans Zeller (†) und Rudi Cermak aus Bellenberg, Bruno Deibler aus Holzheim, Raimund Vonroth und Reiner Schwager aus Nersingen, Ernst Junginger aus Langenau, Bernd Burkhardt aus Ulm, Emil Frisch und Hans Freund aus Thalfingen sowie Archäologie-Arbeitsgemeinschaften des Neu-Ulmer Berta-von-Suttner-Gymnasiums und des Ulmer Anna-Essinger-Gymnasiums mit den Lehrern Walter Salfner bzw. Manfred Bittner.

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