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Ohne Richard Ambs wäre die Geschichte des Landkreises ärmer

Kreisarchäologische Sammlung soll wieder öffentlich zugänglich gemacht werden

Der Landkreis Neu-Ulm dürfte einer der archäologisch besterforschten Landkreise in ganz Bayern sein. Das liegt vor allem an einem Mann: Richard Ambs. Bislang fast 45 Jahre hat er sich intensiv mit der archäologischen Untersuchung der Heimaterde zwischen Elchingen und Kellmünz, Neu-Ulm und Roggenburg befasst.

Für seine herausragenden Verdienste in der wissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation der Bodendenkmale verlieh der damalige Landrat Franz Josef Schick dem Thalfinger Lehrer vor 25 Jahren den Ehrentitel „Kreisarchäologe“. Jetzt, bei dessen Verabschiedung aus dem Ehrenamt des Kreisheimatpflegers für Vor- und Frühgeschichte, das er 35 Jahre lang inne hatte, regnete viel Lobpreis auf den inzwischen 77-Jährigen herab.  

Laudator Prof. Dr. Michael Mackensen von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sagte: „Lieber Herr Ambs, Ihnen gilt mein herzlichster Dank für die langen Jahre der kollegialen Zusammenarbeit und des fruchtbaren Gedankenaustausches ebenso wie meine große Anerkennung für Ihren persönlichen Einsatz für Vor- und Frühgeschichte, Archäologie und Kulturgeschichte des Landkreises Neu-Ulm!“

Mit Richard Ambs habe dem Landkreis Neu-Ulm in all den Jahren und Jahrzehnten ein ehrenamtlicher Kreisheimatpfleger und Kreisarchäologe zur Verfügung gestanden, dem „es immer um die Sache ging und der die Umsetzung von als lohnend erkannten Ideen doch mit einer gewinnen Hartnäckigkeit verfolgte“.

Nicht der Weg sei das Ziel gewesen, „sondern die klar formulierte Vorstellung musste umgesetzt und ein veritables Ergebnis präsentiert werden“. Das, so Prof. Mackensen, ist besonders in Kellmünz „wirklich gelungen“. Es sei die Vision von Richard Ambs gewesen, die außergewöhnlichen Ausgrabungen, die Mackensen und Ambs mit ihrem Team zutage gefördert hatten, auch für die Bevölkerung zu erschließen und sie an den neuen Ergebnissen teilhaben zu lassen. 1995 wurde der Archäologische Park mit Museumsturm eröffnet. Die Anlage verschafft An- und Einblicke „in ein für Bayern exzeptionelles Monument, nämlich ein Kastell des spätrömischen Donau-Iller-Limes aus der Zeit um 300 n. Chr. mit großer historischer Bedeutung“, betonte Prof. Mackensen.

Nun hat Richard Ambs, unterstützt von Landrat Thorsten Freudenberger und der Mehrheit des Kreistages, wieder eine Vision: Der Archäologische Park soll um das Gebäude und die Außenanlagen des ehemaligen Zehentstadels in Kellmünz erweitert werden. Erst jüngst erwarb der Landkreis das Objekt in unmittelbarer Nachbarschaft des antiken Kastells. Darin soll nun die seit Jahren im Depot schlummernde archäologische Sammlung des Landkreises wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 

Es wäre für Richard Ambs die Krönung seines Forschens über und für den Landkreis Neu-Ulm. Wer ihn bei seiner offiziellen Verabschiedung im Landratsamt erlebt hat, insbesondere bei seinem Referat über seine archäologische Vita, bekam einen veritablen Eindruck von einem begeisterten „Geschichtsweisen“ (so der Landrat über Ambs), der auch im Alter von 77 Jahren noch eine bemerkenswerte Vitalität aufweist.

Obwohl nun aus dem Ehrenamt als Kreisarchäologe ausgeschieden, denkt er gar nicht daran, sich archäologisch zur Ruhe zu setzen. Ambs will seinen geschätzten Nachfolger Dr. Stefan Reuter weiterhin bei Grabungen und Dokumentationen unterstützen, so wie Reuter, heute 40, ihm bereits im jungenhaften Alter von 13 Jahren bei der Bodendenkmalpflege zur Hand gegangen ist.

Ohne das ausgeprägte Interesse von Richard Ambs an seinem Fach, stellte Professor Mackensen heraus, „wüssten wir über die Vorgeschichte, die Römerzeit und das Frühmittelalter im Landkreis Neu-Ulm nur wenig“. Ambs habe in den letzten viereinhalb Jahrzehnten mit seinem außerordentlichen Engagement, seinem großen Fachwissen und seinen weitgespannten Interessen keine Chance verstreichen lassen, mit Hilfe archäologischer Methoden die historische und kulturelle Entwicklung des weiteren Ulmer Winkels und dessen Bedeutung für Bayerisch-Schwaben herauszustellen und immer detaillierter nachzuzeichnen.

„Für  mich persönlich“, fasste Mackensen zusammen, „war die Begegnung und vor allem die konstruktive Zusammenarbeit mit Herrn Ambs ein Glücksfall“. Er habe all seine vier archäologischen Unternehmungen im Landkreis Neu-Ulm unterstützt, sei ein absolut verlässlicher und kompetenter Ratgeber, immer ansprechbar und verfügbar gewesen und habe mit seinen Kontakten auch substantielle Zuschüsse des Landkreises ermöglicht, so Mackensen.

Die Wortbeiträge von Prof. Mackensen, Landrat Freudenberger und Richard Ambs selbst untermalte das ansprechende Zwischenspiel des Gitarrenduos „Bachiana“ aus den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg.

© Martina Plaschke E-Mail

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Ohne Richard Ambs wäre die Geschichte des Landkreises ärmer

Kreisarchäologische Sammlung soll wieder öffentlich zugänglich gemacht werden

Der Landkreis Neu-Ulm dürfte einer der archäologisch besterforschten Landkreise in ganz Bayern sein. Das liegt vor allem an einem Mann: Richard Ambs. Bislang fast 45 Jahre hat er sich intensiv mit der archäologischen Untersuchung der Heimaterde zwischen Elchingen und Kellmünz, Neu-Ulm und Roggenburg befasst.

Für seine herausragenden Verdienste in der wissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation der Bodendenkmale verlieh der damalige Landrat Franz Josef Schick dem Thalfinger Lehrer vor 25 Jahren den Ehrentitel „Kreisarchäologe“. Jetzt, bei dessen Verabschiedung aus dem Ehrenamt des Kreisheimatpflegers für Vor- und Frühgeschichte, das er 35 Jahre lang inne hatte, regnete viel Lobpreis auf den inzwischen 77-Jährigen herab.  

Laudator Prof. Dr. Michael Mackensen von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sagte: „Lieber Herr Ambs, Ihnen gilt mein herzlichster Dank für die langen Jahre der kollegialen Zusammenarbeit und des fruchtbaren Gedankenaustausches ebenso wie meine große Anerkennung für Ihren persönlichen Einsatz für Vor- und Frühgeschichte, Archäologie und Kulturgeschichte des Landkreises Neu-Ulm!“

Mit Richard Ambs habe dem Landkreis Neu-Ulm in all den Jahren und Jahrzehnten ein ehrenamtlicher Kreisheimatpfleger und Kreisarchäologe zur Verfügung gestanden, dem „es immer um die Sache ging und der die Umsetzung von als lohnend erkannten Ideen doch mit einer gewinnen Hartnäckigkeit verfolgte“.

Nicht der Weg sei das Ziel gewesen, „sondern die klar formulierte Vorstellung musste umgesetzt und ein veritables Ergebnis präsentiert werden“. Das, so Prof. Mackensen, ist besonders in Kellmünz „wirklich gelungen“. Es sei die Vision von Richard Ambs gewesen, die außergewöhnlichen Ausgrabungen, die Mackensen und Ambs mit ihrem Team zutage gefördert hatten, auch für die Bevölkerung zu erschließen und sie an den neuen Ergebnissen teilhaben zu lassen. 1995 wurde der Archäologische Park mit Museumsturm eröffnet. Die Anlage verschafft An- und Einblicke „in ein für Bayern exzeptionelles Monument, nämlich ein Kastell des spätrömischen Donau-Iller-Limes aus der Zeit um 300 n. Chr. mit großer historischer Bedeutung“, betonte Prof. Mackensen.

Nun hat Richard Ambs, unterstützt von Landrat Thorsten Freudenberger und der Mehrheit des Kreistages, wieder eine Vision: Der Archäologische Park soll um das Gebäude und die Außenanlagen des ehemaligen Zehentstadels in Kellmünz erweitert werden. Erst jüngst erwarb der Landkreis das Objekt in unmittelbarer Nachbarschaft des antiken Kastells. Darin soll nun die seit Jahren im Depot schlummernde archäologische Sammlung des Landkreises wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 

Es wäre für Richard Ambs die Krönung seines Forschens über und für den Landkreis Neu-Ulm. Wer ihn bei seiner offiziellen Verabschiedung im Landratsamt erlebt hat, insbesondere bei seinem Referat über seine archäologische Vita, bekam einen veritablen Eindruck von einem begeisterten „Geschichtsweisen“ (so der Landrat über Ambs), der auch im Alter von 77 Jahren noch eine bemerkenswerte Vitalität aufweist.

Obwohl nun aus dem Ehrenamt als Kreisarchäologe ausgeschieden, denkt er gar nicht daran, sich archäologisch zur Ruhe zu setzen. Ambs will seinen geschätzten Nachfolger Dr. Stefan Reuter weiterhin bei Grabungen und Dokumentationen unterstützen, so wie Reuter, heute 40, ihm bereits im jungenhaften Alter von 13 Jahren bei der Bodendenkmalpflege zur Hand gegangen ist.

Ohne das ausgeprägte Interesse von Richard Ambs an seinem Fach, stellte Professor Mackensen heraus, „wüssten wir über die Vorgeschichte, die Römerzeit und das Frühmittelalter im Landkreis Neu-Ulm nur wenig“. Ambs habe in den letzten viereinhalb Jahrzehnten mit seinem außerordentlichen Engagement, seinem großen Fachwissen und seinen weitgespannten Interessen keine Chance verstreichen lassen, mit Hilfe archäologischer Methoden die historische und kulturelle Entwicklung des weiteren Ulmer Winkels und dessen Bedeutung für Bayerisch-Schwaben herauszustellen und immer detaillierter nachzuzeichnen.

„Für  mich persönlich“, fasste Mackensen zusammen, „war die Begegnung und vor allem die konstruktive Zusammenarbeit mit Herrn Ambs ein Glücksfall“. Er habe all seine vier archäologischen Unternehmungen im Landkreis Neu-Ulm unterstützt, sei ein absolut verlässlicher und kompetenter Ratgeber, immer ansprechbar und verfügbar gewesen und habe mit seinen Kontakten auch substantielle Zuschüsse des Landkreises ermöglicht, so Mackensen.

Die Wortbeiträge von Prof. Mackensen, Landrat Freudenberger und Richard Ambs selbst untermalte das ansprechende Zwischenspiel des Gitarrenduos „Bachiana“ aus den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg.

© Martina Plaschke E-Mail

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