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Corona verhinderte lange persönlichen Kontakt mit Flüchtlingshelfern

Erstmals wieder ein Dialogforum Asyl im Landratsamt

Rosi Lustig ist eine Heldin des Alltags. Es sind Frauen (und Männer) wie sie, die in Deutschland Asyl suchenden Menschen dabei helfen, im Landkreis Fuß zu fassen. Früher brachte die pensionierte Grundschullehrerin Vöhringer Mädchen und Buben in der Schule Deutsch lesen, schreiben und verstehen bei. Jetzt, mit 82 Jahren, hat sie wieder eine Deutsch-Schülerin. Es ist eine 23-jährige Palästinenserin, die der Hölle des Bürgerkriegs in Syrien entronnen ist.

Auch Landrat Thorsten Freudenberger genoss einst im Grundschulalter Rosi Lustigs pädagogische Künste. Er hat ihre Geschichte in der Illertisser Zeitung gelesen und seiner ehemaligen Lehrerin daraufhin einen Dankesbrief geschrieben. Freudenberger erzählte davon beim jüngsten Dialogforum Asyl im Landratsamt.

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise in Deutschland hatte Integrationslotsin Margarete Fischer dazu haupt- und ehrenamtliche Akteure aus dem Bereich „Asyl und Integration“ im Landkreis Neu-Ulm eingeladen. Es kamen rund 20 Frauen und Männer. Fischer freute sich, dass nach längerer Zeit wieder ein persönlicher Kontakt mit „ihren“ Flüchtlingshelferinnen und -helfern möglich ist.

Die Gäste hörten Vorträge von Karen Beth, der Leiterin des Geschäftsbereichs Kommunales, Ausländer, Soziales, Jochen Grotz, dem Leiter der Ausländerbehörde, und Lisa Schulze von der Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas in Neu-Ulm. Nach anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich eine rege Diskussion.

Jochen Grotz berichtete über neue Bestimmungen im Asylrecht und erläuterte Rechtsfragen. Landratsamtsjuristin Karen Beth wies darauf hin, dass das Landratsamt coronabedingt über jeden Besuch der Asylbewerberunterkünfte informiert werden müsse. Der Behörde müssten Namen, Kontaktdaten und Besuchszeiten ausnahmslos schriftlich mitgeteilt werden, damit bei einer Corona-Infektion die Kontaktkette schnell und einfach nachverfolgt werden könne. Diese Mitteilungspflicht bezieht sich nicht auf Treffen außerhalb der Gebäude, zum Beispiel im Hof der Einrichtung oder in einem Café in der Stadt.

Lisa Schulze von der Caritas berichtete, dass die offiziellen Integrations- und Sprachkurse gerade wieder anlaufen. Während der heißen Phase der Corona-Pandemie hätten keine Kurse im Landkreis stattgefunden. Teilnahmeverpflichtungen verfügt die Ausländerbehörde im Landratsamt, teilweise auch das Jobcenter. Wer freiwillig einen Integrations- und Sprachkurs machen möchte, kann die Teilnahmeberechtigung dafür beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) beantragen.

Info: Asylstatistik
Derzeit leben 785 Asylbewerberinnen und -bewerber in Unterkünften im Landkreis Neu-Ulm (Stand: Juli 2020). Davon sind 152 sogenannte Fehlbeleger. Darunter versteht man Flüchtlinge, deren Asylgesuch bereits anerkannt ist oder die aus anderen Gründen ein Bleiberecht haben, es aber noch nicht geschafft haben, eine eigene Wohnung zu mieten. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerungszahl des Landkreises (Stand zum 31. Dezember 2019: 175.204 Einwohner) machen die Asylsuchenden 0,45 Prozent aus. Monatlich bekommt das Landratsamt Neu-Ulm gegenwärtig im Durchschnitt vier Neuzuweisungen an Asylbewerberinnen und -bewerbern. „Das ist sehr wenig“, erläuterte Karen Beth.

© Martina Herrmann E-Mail

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Corona verhinderte lange persönlichen Kontakt mit Flüchtlingshelfern

Erstmals wieder ein Dialogforum Asyl im Landratsamt

Rosi Lustig ist eine Heldin des Alltags. Es sind Frauen (und Männer) wie sie, die in Deutschland Asyl suchenden Menschen dabei helfen, im Landkreis Fuß zu fassen. Früher brachte die pensionierte Grundschullehrerin Vöhringer Mädchen und Buben in der Schule Deutsch lesen, schreiben und verstehen bei. Jetzt, mit 82 Jahren, hat sie wieder eine Deutsch-Schülerin. Es ist eine 23-jährige Palästinenserin, die der Hölle des Bürgerkriegs in Syrien entronnen ist.

Auch Landrat Thorsten Freudenberger genoss einst im Grundschulalter Rosi Lustigs pädagogische Künste. Er hat ihre Geschichte in der Illertisser Zeitung gelesen und seiner ehemaligen Lehrerin daraufhin einen Dankesbrief geschrieben. Freudenberger erzählte davon beim jüngsten Dialogforum Asyl im Landratsamt.

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise in Deutschland hatte Integrationslotsin Margarete Fischer dazu haupt- und ehrenamtliche Akteure aus dem Bereich „Asyl und Integration“ im Landkreis Neu-Ulm eingeladen. Es kamen rund 20 Frauen und Männer. Fischer freute sich, dass nach längerer Zeit wieder ein persönlicher Kontakt mit „ihren“ Flüchtlingshelferinnen und -helfern möglich ist.

Die Gäste hörten Vorträge von Karen Beth, der Leiterin des Geschäftsbereichs Kommunales, Ausländer, Soziales, Jochen Grotz, dem Leiter der Ausländerbehörde, und Lisa Schulze von der Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas in Neu-Ulm. Nach anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich eine rege Diskussion.

Jochen Grotz berichtete über neue Bestimmungen im Asylrecht und erläuterte Rechtsfragen. Landratsamtsjuristin Karen Beth wies darauf hin, dass das Landratsamt coronabedingt über jeden Besuch der Asylbewerberunterkünfte informiert werden müsse. Der Behörde müssten Namen, Kontaktdaten und Besuchszeiten ausnahmslos schriftlich mitgeteilt werden, damit bei einer Corona-Infektion die Kontaktkette schnell und einfach nachverfolgt werden könne. Diese Mitteilungspflicht bezieht sich nicht auf Treffen außerhalb der Gebäude, zum Beispiel im Hof der Einrichtung oder in einem Café in der Stadt.

Lisa Schulze von der Caritas berichtete, dass die offiziellen Integrations- und Sprachkurse gerade wieder anlaufen. Während der heißen Phase der Corona-Pandemie hätten keine Kurse im Landkreis stattgefunden. Teilnahmeverpflichtungen verfügt die Ausländerbehörde im Landratsamt, teilweise auch das Jobcenter. Wer freiwillig einen Integrations- und Sprachkurs machen möchte, kann die Teilnahmeberechtigung dafür beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) beantragen.

Info: Asylstatistik
Derzeit leben 785 Asylbewerberinnen und -bewerber in Unterkünften im Landkreis Neu-Ulm (Stand: Juli 2020). Davon sind 152 sogenannte Fehlbeleger. Darunter versteht man Flüchtlinge, deren Asylgesuch bereits anerkannt ist oder die aus anderen Gründen ein Bleiberecht haben, es aber noch nicht geschafft haben, eine eigene Wohnung zu mieten. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerungszahl des Landkreises (Stand zum 31. Dezember 2019: 175.204 Einwohner) machen die Asylsuchenden 0,45 Prozent aus. Monatlich bekommt das Landratsamt Neu-Ulm gegenwärtig im Durchschnitt vier Neuzuweisungen an Asylbewerberinnen und -bewerbern. „Das ist sehr wenig“, erläuterte Karen Beth.

© Martina Herrmann E-Mail

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