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Über 80-Jährige erhalten Impfung gegen das Coronavirus zu Hause

Modellprojekt im Landkreis Neu-Ulm war erfolgreich – Ärzte hoffen auf reguläre Impfungen ab April

Rund 60 Personen aus dem Landkreis Neu-Ulm wurden jetzt im Rahmen eines Pilotprojekts bei sich zu Hause gegen das Corona-Virus geimpft. Dabei handelte es sich um über 80-Jährige, die nicht mehr mobil sind und deshalb nicht für einen Termin ins Impfzentrum kommen können. Sechs Hausärzte aus dem Landkreis Neu-Ulm hatten diesen Versuch unternommen, um zu sehen, wie sich diese Impfungen bei ihren Patienten daheim umsetzen lassen. „Und es hat super funktioniert“ wie Dr. Thamasett, ärztlicher Koordinator des Landkreises Neu-Ulm und Initiator des Projekts informierte. Dabei haben sich alle Beteiligten ins Zeug gelegt. Die bereits fertig vorbereiteten Spritzen holten die Ärtzinnen und Ärzte in den notwendigen Kühltaschen am Impfzentrum Neu-Ulm ab. Von dort ging es zu den jeweiligen Hausbesuchspatienten.

„Alle waren wunderbar vorbereitet“, freut sich Dr. Thamasett. „Die notwendigen Papiere, Impfpass, Aufklärungsbogen, Einverständniserklärung – alles lag schon für uns da.“ Ein Ehepaar hatte sogar das Wohnzimmer entsprechend umgeräumt, um es für die Impfung bereit zu machen. „Der Ehemann selbst war noch mobil, so dass er sich im Impfzentrum in Weißenhorn impfen lassen konnte“, erzählt Dr. Thamasett. Die dortigen Eindrücke hat er dann mitgenommen, so dass für die Impfung der Ehefrau zu Hause die Stühle und Tische entsprechend angeordnet wurden. „Überall sind wir auf große Dankbarkeit gestoßen“, gibt Dr. Stefan Thamasett die Eindrücke wieder. Als großen Vorteil sieht er, dass die Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten gut kennen. Sie sind über die medizinische Vorgeschichte im Bilde, wodurch ein großes Vertrauensverhältnis besteht. Einen Wermutstropfen sieht er in der umfassenden Bürokratie, die bei dem Modellprojekt notwendig war. Diese würde allerdings voraussichtlich teilweise wegfallen, wenn die Hausarztpraxen – wie in Aussicht gestellt –ab April impfen dürften. Dann könnte der Impfstoff über die Apotheken bezogen werden und müsste nicht mehr über das Impfzentrum abgeholt und dokumentiert werden. „Dadurch vereinfachen sich die Abläufe auch noch mal“, teilt Dr. Thamasett mit, da die Impfungen dann regulär über die Arztpraxen laufen und dort in den Arbeitsalltag integriert werden.

„Ich freue mich, dass das Projekt so gut angekommen ist“, sagt Landrat Thorsten Freudenberger. „Dass die Arztpraxen ab voraussichtlich April impfen können, ist ein ganz wichtiger Schritt. Zahlreiche Ärztinnen und Ärzte im Landkreis Neu-Ulm stehen in den Startlöchern und können es kaum erwarten, endlich loszulegen. Mit mehr Testen und mehr Impfen werden wir schrittweise zu mehr Normalität kommen.“ Dr. Stefan Thamasett ergänzt „Ich hoffe, dass die Lieferungen der  Impfstoffmengen schnell gesteigert werden können, damit die Anzahl der Impfungen in den Arztpraxen erhöht werden können. Denn dies ist ein wichtiges Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie.“

Für den Anfang wurden etwa 20 Impfdosen pro Woche für jeden Arzt in Aussicht gestellt. Diese sollen zuerst vor allem bei den bettlägerigen Patienten zum Einsatz kommen. Ein Problem werde allerdings bleiben, diejenigen Patienten zu erreichen, deren Ärzte keine Hausbesuche machen. Dies könne durch die anderen Hausärzte nicht aufgefangen werden, da sich diese zuerst um ihre eigenen Patientinnen und Patienten kümmern müssen. Hier müsste auf verschiedenen Ebenen weiter an praktikablen Lösungen gearbeitet werden. Für die 60 Patientinnen und Patienten aus dem Modellprojekt hingegen steht Mitte April ihre zweite Impfung an, worauf sich Ärzte und zu Impfende gleichermaßen freuen.

© Kerstin Weidner E-Mail

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