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Stufenplan zur Betreuung von Corona-Patienten im Landkreis

Um die räumlichen Kapazitäten zur Versorgung von Corona-Patienten besser zu steuern, hat die Staatsregierung jetzt neue Regelungen getroffen. Dabei werden unter anderem die vorhandenen Kapazitäten in den Landkreisen und deren Erweiterungsmöglichkeiten zentral abgefragt sowie über zentrale Stellen gesteuert.

Mit der Entwicklung eines 3-Stufenplans hat der Landkreis Neu-Ulm bereits hierfür die Vorarbeiten geleistet. Den Plan hatte der Landkreis Neu-Ulm in enger Kooperation mit den Kliniken erarbeitet und veröffentlicht. Dieser regelt die rasche und flexible Ausweitung der Kapazitäten und die Aufnahme der Menschen, die an Corona erkrankt sind.

Die weitere Umsetzung bzw. Anpassungen und Änderungen des Plans steuert nun überörtlich ein „Ärztlicher Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK)“, der speziell für diese Aufgabe eingesetzt wird. Für jeden der drei Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) in Schwaben wurde jeweils ein solcher Ärztlicher Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) ernannt. Der Landkreis Neu-Ulm gehört mit den Landkreisen Günzburg und Unterallgäu sowie der kreisfreien Stadt Memmingen zum Zweckverband Donau-Iller.

Aufgabe des Ärztlichen Leiters ist es, die Patientenströme aller Einrichtungen in der Region zu steuern, für die der Zweckverband Donau-Iller zuständig ist, sowie die Schwerpunktkrankenhäuser festzulegen, in denen COVID-19-Patienten behandelt werden. Dabei stimmt er sich eng mit den weiteren relevanten Stellen wie der Integrierten Leitstelle (ILS), den Ärztlichen Leitern des Rettungsdienstes und den Kliniken vor Ort ab.

Der 3-Stufenplan im Überblick

Phase 1: Die Stiftungsklinik in Weißenhorn wird zunächst zentral und umgehend für die Aufnahme von Corona-Patienten vorbereitet. Hierfür werden Betten von der Illertalklinik Illertissen in die Weißenhorner Klinik gebracht, um dort die Bettenkapazität zu erhöhen. Zugleich wird das Claretinerkolleg in Weißenhorn, das wegen seiner regulären Nutzung als Tagungsstätte mit Betten ausgerüstet ist, als zusätzliche Bettenkapazitäten für Corona-Patientinnen und -Patienten mit leichteren Krankheitsverläufen eingerichtet. Dieser Standort ist aufgrund der räumlichen Nähe zur Stiftungsklinik Weißenhorn sowie der Größe gut für diese Maßnahme geeignet. Die Konzentration auf den Standort Weißenhorn ist in einem ersten Schritt logistisch und medizinisch sinnvoll, da hier Personal, Material und Räumlichkeiten sehr gut konzentriert werden können.

Phase 2: Die Geriatrische Rehabilitation in Illertissen ist zum 31.03.2020 vorübergehend ausgelaufen. Die Patientinnen und Patienten aus diesem Bereich, die aufgrund ihres Alters und in der Regel vorhandener Vor- bzw. Grunderkrankungen zur (Hoch-)Risikogruppe zählen, werden bis dahin behutsam und koordiniert nach Hause verlegt. Damit wird der Empfehlung nachgekommen, dass sich gerade dieser Personenkreis soweit es möglich ist, in seinem häuslichen Umfeld aufhalten und Kontakte zu anderen Menschen minimieren soll. Die Illertalklinik wird selbstverständlich nicht geschlossen. Die chirurgische Ambulanz inklusive Röntgen- und Diagnostikleistungen sowie die zum MVZ gehörende gynäkologische Praxis bleiben regulär zu den bisher gültigen Öffnungszeiten verfügbar.

Mit dem Auslaufen der Geriatrie zum 31.03.2020 werden an der Illertalklinik ab dem 01.04.2020 weitere Kapazitäten für die Versorgung von Corona-Erkrankten entstehen, die stationär versorgt werden müssen.

Diese Planungen führen an den Standorten Weißenhorn und Illertissen zu einer  Steigerung der Bettenkapazitäten um bis zu 75 Prozent.

Phase 3: Diese letzte Phase hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. So könnte das Hotel Golden Tulip in Neu-Ulm, das sich in unmittelbarer Nähe zur Donauklinik befindet, zur stationären Aufnahme von  Corona-Patienten umgerüstet werden.

Stand heute ist keine Versorgung von Corona-Patienten in der Donauklinik in Neu-Ulm vorgesehen. Diese soll Klinikpatienten mit anderen Erkrankungen vorbehalten bleiben. Zudem ist dort die Geburtshilfe untergebracht.

Um auf die weiteren Entwicklungen reagieren zu können, werden die Planungen am jeweils aktuellen Stand ausgerichtet, tagesaktuell besprochen und gegebenenfalls angepasst. Der Landkreis Neu-Ulm trifft damit Vorkehrungen, um im Ernstfall vorbereitet zu sein. Dabei sollen auch langfristige Maßnahmen, soweit diese aktuell bereits planbar sind, berücksichtigt werden. Des Weiteren findet ein regelmäßiger Austausch mit angrenzenden Krankenhäusern und Klinikbetreibern statt, um mögliche regionale Lösungen in die Planungen  einzubeziehen.

 

 

© Kerstin Weidner E-Mail