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Seit 900 Jahren „zu jedem guten Werk bereit“

Klostermuseum Roggenburg zeigt eine sehenswerte Jubiläumsausstellung über den Prämonstratenser-Orden

Es war ein besonderer Tag im Kloster Roggenburg. Das konnte man zum Beispiel daran erkennen, dass die Durchgangstür von der Klosterkirche zum benachbarten Klostermuseum zum ersten Mal seit zehn Jahren für die Öffentlichkeit offenstand. Anlass war die feierliche Eröffnung der Sonderausstellung zum 900-jährigen Gründungsjubiläum des Prämonstratenser-Ordens. Der Titel der Sonderschau ist der Leitspruch der Chorherren: „Ad Omne Opus bonum Paratus / Zu jedem guten Werk bereit". Das neueste gute Werk der Roggenburger Prämonstratenser kann noch mindestens bis zur Weihnachtszeit 2021/22 im Klostermuseum Roggenburg besichtigt werden.

„Heute erstrahlen nicht nur die Gebäude und Außenanlagen in neuem barockem Glanz, auch der Konvent und dessen Aktivitäten sind von großer Vitalität und tollem Engagement gekennzeichnet“, sagte Landrat Thorsten Freudenberger in seiner Eröffnungsrede.

Gute Werke vollbringen die Roggenburger Prämonstratenser zum Beispiel durch Seelsorge. Sie begleiten Menschen emotional bei Hoch- und Tiefpunkten im Leben, sie bieten das Gespräch an und beten für sie. Auch die Schulseelsorge und der Religionsunterricht gehören dazu.

Um die soziale Fürsorge der Menschen haben sich die Prämonstratenser ebenfalls verdient gemacht. Der Roggenburger Abt Kaspar Geisler gründete 1736 eine Witwen-, Waisen- und Armenkasse, die wichtige gemeinnützige Aufgaben erfüllte. Für bedürftige Kinder wurde das Schulgeld übernommen. Anderen wurde eine handwerkliche Ausbildung oder ärztliche Versorgung ermöglicht.

Auch die bewusste Mitgestaltung der weltlichen Bereiche wie Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zählt bis heute zu den Aufgaben der Prämonstratenser: Mit dem Bildungszentrum für Familie, Umwelt und Kultur führen die Patres von Roggenburg diese Tradition fort und setzen ein modernes Zeichen für das gute Werk am Nächsten.

Eine Vielzahl an guten Werken, ausgehend vom Kloster, kommt der Gemeinde Roggenburg, dem Landkreis Neu-Ulm und dem Bezirk Schwaben mit den jeweiligen Einwohnerinnen und Einwohnern zugute. Weithin strahlt das Aushängeschild des Landkreises Neu-Ulm nach Deutschland hinaus.

Das jüngste gute Werk ist diese gelungene Sonderausstellung, die Kuratorin und Kulturreferentin Franziska Honer, Pater Roman Löschinger, Pater Rainer Rommens, Kreisarchivar Peter Wischenbarth und die stellvertretende Kulturreferentin des Landkreises Neu-Ulm, Sabine Moser, mit viel Wissen, Können und Gespür zusammengestellt haben. Die Schau macht bewusst, woher die Prämonstratenser historisch und geografisch kommen, wofür sie stehen und was sie leisten – von Roggenburg aus und allgemein in ganz Europa und der Welt.

In diesem Sinne bat Prior Pater Stefan Kling bei der Vernissage: „Möge uns die Ausstellung zu Boten des Evangeliums machen, um in schwieriger Zeit für den Glauben einzustehen – in aller Bescheidenheit und Einfachheit.“

Eine gläubige Besucherin aus Nersingen stellte Parallelen fest zwischen dem Wirken des Ordensgründers Norberts von Xanten und seiner Gefährten im 12. Jahrhundert und der Gegenwart. In der aktuellen Krise der Kirche gelte es, „sich auf Jesus zurückzubesinnen“.

Wolfgang Meichelböck aus Asch bei Weißenhorn sagte: „Es lohnt, sich für die Ausstellung Zeit zu nehmen.“ Besonders gefällt ihm, dass die Jubiläumsschau harmonisch in die Dauerausstellung des Klostermuseums, dessen Träger der Landkreis Neu-Ulm ist, integriert sei.

Der Höhepunkt der Sonderausstellung ist für Frater Franziskus von den Roggenburger Prämonstratensern der Weißenauer Traditionscodex aus dem 16.Jahrhundert, aus dem die Ausstellungsmacher vergrößerte Reproduktionen – etwa über das Leben und Wirken Norberts von Xanten – entnommen haben. „Es wäre interessant und schön, die 500 kunstvollen Seiten mal durchblättern und darin lesen zu können“, wünschte sich Frater Franziskus.

Auch in Roggenburg spielt der heilige Norbert eine wichtige Rolle, aber dort gewesen ist er wohl nie, obwohl das hiesige Kloster zu dessen Lebzeiten, nur fünf Jahre nach der Ordensgründung im nordfranzösischen Prémontré (1126), gegründet worden ist, erzählte Museumsleiterin und Kuratorin Franziska Honer in ihrer einführenden Ansprache. Da Norbert im selben Jahr zum Erzbischof von Magdeburg ernannt wurde, „ergab sich hierfür wahrscheinlich nie die Gelegenheit.“

© Martina Herrmann E-Mail

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Seit 900 Jahren „zu jedem guten Werk bereit“

Klostermuseum Roggenburg zeigt eine sehenswerte Jubiläumsausstellung über den Prämonstratenser-Orden

Es war ein besonderer Tag im Kloster Roggenburg. Das konnte man zum Beispiel daran erkennen, dass die Durchgangstür von der Klosterkirche zum benachbarten Klostermuseum zum ersten Mal seit zehn Jahren für die Öffentlichkeit offenstand. Anlass war die feierliche Eröffnung der Sonderausstellung zum 900-jährigen Gründungsjubiläum des Prämonstratenser-Ordens. Der Titel der Sonderschau ist der Leitspruch der Chorherren: „Ad Omne Opus bonum Paratus / Zu jedem guten Werk bereit". Das neueste gute Werk der Roggenburger Prämonstratenser kann noch mindestens bis zur Weihnachtszeit 2021/22 im Klostermuseum Roggenburg besichtigt werden.

„Heute erstrahlen nicht nur die Gebäude und Außenanlagen in neuem barockem Glanz, auch der Konvent und dessen Aktivitäten sind von großer Vitalität und tollem Engagement gekennzeichnet“, sagte Landrat Thorsten Freudenberger in seiner Eröffnungsrede.

Gute Werke vollbringen die Roggenburger Prämonstratenser zum Beispiel durch Seelsorge. Sie begleiten Menschen emotional bei Hoch- und Tiefpunkten im Leben, sie bieten das Gespräch an und beten für sie. Auch die Schulseelsorge und der Religionsunterricht gehören dazu.

Um die soziale Fürsorge der Menschen haben sich die Prämonstratenser ebenfalls verdient gemacht. Der Roggenburger Abt Kaspar Geisler gründete 1736 eine Witwen-, Waisen- und Armenkasse, die wichtige gemeinnützige Aufgaben erfüllte. Für bedürftige Kinder wurde das Schulgeld übernommen. Anderen wurde eine handwerkliche Ausbildung oder ärztliche Versorgung ermöglicht.

Auch die bewusste Mitgestaltung der weltlichen Bereiche wie Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zählt bis heute zu den Aufgaben der Prämonstratenser: Mit dem Bildungszentrum für Familie, Umwelt und Kultur führen die Patres von Roggenburg diese Tradition fort und setzen ein modernes Zeichen für das gute Werk am Nächsten.

Eine Vielzahl an guten Werken, ausgehend vom Kloster, kommt der Gemeinde Roggenburg, dem Landkreis Neu-Ulm und dem Bezirk Schwaben mit den jeweiligen Einwohnerinnen und Einwohnern zugute. Weithin strahlt das Aushängeschild des Landkreises Neu-Ulm nach Deutschland hinaus.

Das jüngste gute Werk ist diese gelungene Sonderausstellung, die Kuratorin und Kulturreferentin Franziska Honer, Pater Roman Löschinger, Pater Rainer Rommens, Kreisarchivar Peter Wischenbarth und die stellvertretende Kulturreferentin des Landkreises Neu-Ulm, Sabine Moser, mit viel Wissen, Können und Gespür zusammengestellt haben. Die Schau macht bewusst, woher die Prämonstratenser historisch und geografisch kommen, wofür sie stehen und was sie leisten – von Roggenburg aus und allgemein in ganz Europa und der Welt.

In diesem Sinne bat Prior Pater Stefan Kling bei der Vernissage: „Möge uns die Ausstellung zu Boten des Evangeliums machen, um in schwieriger Zeit für den Glauben einzustehen – in aller Bescheidenheit und Einfachheit.“

Eine gläubige Besucherin aus Nersingen stellte Parallelen fest zwischen dem Wirken des Ordensgründers Norberts von Xanten und seiner Gefährten im 12. Jahrhundert und der Gegenwart. In der aktuellen Krise der Kirche gelte es, „sich auf Jesus zurückzubesinnen“.

Wolfgang Meichelböck aus Asch bei Weißenhorn sagte: „Es lohnt, sich für die Ausstellung Zeit zu nehmen.“ Besonders gefällt ihm, dass die Jubiläumsschau harmonisch in die Dauerausstellung des Klostermuseums, dessen Träger der Landkreis Neu-Ulm ist, integriert sei.

Der Höhepunkt der Sonderausstellung ist für Frater Franziskus von den Roggenburger Prämonstratensern der Weißenauer Traditionscodex aus dem 16.Jahrhundert, aus dem die Ausstellungsmacher vergrößerte Reproduktionen – etwa über das Leben und Wirken Norberts von Xanten – entnommen haben. „Es wäre interessant und schön, die 500 kunstvollen Seiten mal durchblättern und darin lesen zu können“, wünschte sich Frater Franziskus.

Auch in Roggenburg spielt der heilige Norbert eine wichtige Rolle, aber dort gewesen ist er wohl nie, obwohl das hiesige Kloster zu dessen Lebzeiten, nur fünf Jahre nach der Ordensgründung im nordfranzösischen Prémontré (1126), gegründet worden ist, erzählte Museumsleiterin und Kuratorin Franziska Honer in ihrer einführenden Ansprache. Da Norbert im selben Jahr zum Erzbischof von Magdeburg ernannt wurde, „ergab sich hierfür wahrscheinlich nie die Gelegenheit.“

© Martina Herrmann E-Mail

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