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Wenn der Klimawald an den Bäumen hängt

Forstbetrieb Weißenhorn informiert: Saatguternte im Staatswald
Weißenhorn, November 2020

Trockenheit, Stürme und Schädlinge setzen den Wäldern Bayerns immer stärker zu.
Um den Gefahren für den Wald entgegenzuwirken, werden die Bayerischen Staatswälder in klimastabile und strukturreiche Mischwälder umgebaut. In den Saatgutbeständen des Forstbetriebs Weißenhorn wird der Grundstein für den zukünftigen Klimawald gewonnen. In diesem Jahr mit einem sehr guten Ergebnis.

In den vergangenen Wochen konnten aufmerksame Waldbesucher im herbstlichen Buchenwald bei Elchingen grüne Netze am Boden entdecken. Im Staatswald bedeutet das Erntezeit. Auch in diesem Jahr hat der Forstbetreib Weißenhorn wieder einen Teil seiner eigenen Saatgutbestände beerntet. In einem 125 Jahre alten Buchenwald im Forstrevier Kissendorf im Landkreis Neu-Ulm konnten dieses Jahr Rund 7.100 Kilo Bucheckern geerntet werden. Johanna Gierth, Leiterin des Reviers, ist mit dem Ergebnis der Ernte sehr zu frieden. Forstunternehmer Stölting, der den Bestand im Auftrag der Bayerischen Staatsforsten beerntet hat, ist ebenfalls begeistert. Als Unternehmer für Saatguternten ist er bereits seit 30 Jahren in ganz Deutschland unterwegs. Ihm sind nur wenige Ernten bekannt, bei denen ein so gutes Ergebnis erzielt wurde.

Nicht nur am Forstbetrieb Weißenhorn, sondern bayernweit trugen dieses Jahr die Eichen und Buchen sehr viele Früchte. In Forstkreisen spricht man von Mastjahren. Der Begriff Mast hat seinen Ursprung aus Zeiten der Hutewälder, als die Schweine zum Mästen in den Wald getrieben wurden.

Im Oktober und November fallen die vielen Früchte zu Boden. Die Bucheckern landen mit Blättern und Fruchthüllen in den auffällig grünen Netzen, die einige Wochen zuvor unter den Bäumen ausgelegt wurden. Nachdem die Bucheckern und das Laub maschinell voneinander getrennt wurden, wird das gereinigte Saatgut in Säcke verpackt und anschließend für den Abtransport in den hauseigenen Pflanzgarten der Bayerischen Staatsforsten nach Laufen vorbereitet. Hier wird das gewonnene Saatgut aufbereitet und für die An- und Nachzucht von Forstpflanzen verwendet. Insgesamt fielen diesen Herbst im Forstbetrieb Weißenhorn knapp 10,4 Tonnen Buchensaatgut an. Aus einem Kilo Bucheckern können ca. 800 bis 1.000 Bäume gezogen werden.

Geerntet werden darf nur in „zugelassenen Saatgutbeständen“. Die Mutterbäume müssen gesetzlich festgelegte Kriterien wie eine hohe Stabilität, ein gutes Wachstum oder eine gute Anpassungsfähigkeit erfüllen. Im Wald wird noch ein genetischer Fingerabdruck der Samen genommen. So lässt sich später genau nachverfolgen, wo das jeweilige Saatgut herkommt. Es besitzt dann ein sogenanntes ZÜF-Zertifikat (Zertifizierung für überprüfbare forstliche Herkunft). Im Forstbetrieb Weißenhorn gibt es insgesamt 1.500 Hektar zugelassene Saatgutbestände für 14 verschiedene Baumarten – neben Buche vor allem auch für Eiche, Ahorn und Linde.

Um die Herausforderungen der Klimaveränderung zu meistern, haben die Bayerischen Staatsforsten das Ziel, einen stabilen und klimatoleranten Mischwald zu schaffen. Ein wichtiger Baustein für die Verjüngung des Waldes ist das Saatgut der Bäume, als Grundlage für die nächste Waldgeneration. Im Bereich des Forstbetriebs verjüngt sich der Wald überwiegend selbst, das heißt auf natürliche Weise durch herabgefallende und anfliegende Samen oder Hähersaat. Um in Zukunft auf allen Flächen eine Baumartenvielfalt zu erhalten, ist es dennoch wichtig, die natürliche Verjüngung mit klimatoleranten Mischbaumarten für den zukünftigen Klimawald zu ergänzen. Dazu werden im Forstbetrieb jedes Jahr rund 30 Hektar neu gepflanzt, insbesondere Laubbäume wie Buche und Eiche, aber auch Tanne und Douglasie. Die dafür nötigen Pflanzen bezieht der Forstbetrieb aus dem hauseigenen Pflanzgarten in Laufen, der von den Staatswaldbetrieben mit hochwertigem Saatgut versorgt wird.

Der Forstbetrieb Weißenhorn bewirtschaftet eine Staatswaldfläche von rund 14.500 Hektar Staatswald, im Wesentlichen in den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen. Große zusammenhängende Landwald-Gebiete sind unter anderen der Roggenburger Forst, der Illereicher Wald der Staufener Forst aber auch Staatswälder und um Krumbach und Ettenbeuren. In den historisch bedingt noch vorkommenden nadelholzdominierten Gebieten spielt der Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern eine große Rolle. Auch Teile der Donau- und der Iller-Auwälder werden vom Forstbetrieb bewirtschaftet. Hier ist die Bedeutung der Auwaldstrukturen für den Naturschutz sowie für die Erholung hervorzuheben.

Weitere Informationen zu den Bayerischen Staatsforsten, dem Forstbetrieb Weißenhorn, dem Pflanzgarten in Laufen und zum Thema Waldumbau finden Sie unter:

© Martina Herrmann E-Mail

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Forstbetrieb Weißenhorn informiert: Saatguternte im Staatswald
Weißenhorn, November 2020

Trockenheit, Stürme und Schädlinge setzen den Wäldern Bayerns immer stärker zu.
Um den Gefahren für den Wald entgegenzuwirken, werden die Bayerischen Staatswälder in klimastabile und strukturreiche Mischwälder umgebaut. In den Saatgutbeständen des Forstbetriebs Weißenhorn wird der Grundstein für den zukünftigen Klimawald gewonnen. In diesem Jahr mit einem sehr guten Ergebnis.

In den vergangenen Wochen konnten aufmerksame Waldbesucher im herbstlichen Buchenwald bei Elchingen grüne Netze am Boden entdecken. Im Staatswald bedeutet das Erntezeit. Auch in diesem Jahr hat der Forstbetreib Weißenhorn wieder einen Teil seiner eigenen Saatgutbestände beerntet. In einem 125 Jahre alten Buchenwald im Forstrevier Kissendorf im Landkreis Neu-Ulm konnten dieses Jahr Rund 7.100 Kilo Bucheckern geerntet werden. Johanna Gierth, Leiterin des Reviers, ist mit dem Ergebnis der Ernte sehr zu frieden. Forstunternehmer Stölting, der den Bestand im Auftrag der Bayerischen Staatsforsten beerntet hat, ist ebenfalls begeistert. Als Unternehmer für Saatguternten ist er bereits seit 30 Jahren in ganz Deutschland unterwegs. Ihm sind nur wenige Ernten bekannt, bei denen ein so gutes Ergebnis erzielt wurde.

Nicht nur am Forstbetrieb Weißenhorn, sondern bayernweit trugen dieses Jahr die Eichen und Buchen sehr viele Früchte. In Forstkreisen spricht man von Mastjahren. Der Begriff Mast hat seinen Ursprung aus Zeiten der Hutewälder, als die Schweine zum Mästen in den Wald getrieben wurden.

Im Oktober und November fallen die vielen Früchte zu Boden. Die Bucheckern landen mit Blättern und Fruchthüllen in den auffällig grünen Netzen, die einige Wochen zuvor unter den Bäumen ausgelegt wurden. Nachdem die Bucheckern und das Laub maschinell voneinander getrennt wurden, wird das gereinigte Saatgut in Säcke verpackt und anschließend für den Abtransport in den hauseigenen Pflanzgarten der Bayerischen Staatsforsten nach Laufen vorbereitet. Hier wird das gewonnene Saatgut aufbereitet und für die An- und Nachzucht von Forstpflanzen verwendet. Insgesamt fielen diesen Herbst im Forstbetrieb Weißenhorn knapp 10,4 Tonnen Buchensaatgut an. Aus einem Kilo Bucheckern können ca. 800 bis 1.000 Bäume gezogen werden.

Geerntet werden darf nur in „zugelassenen Saatgutbeständen“. Die Mutterbäume müssen gesetzlich festgelegte Kriterien wie eine hohe Stabilität, ein gutes Wachstum oder eine gute Anpassungsfähigkeit erfüllen. Im Wald wird noch ein genetischer Fingerabdruck der Samen genommen. So lässt sich später genau nachverfolgen, wo das jeweilige Saatgut herkommt. Es besitzt dann ein sogenanntes ZÜF-Zertifikat (Zertifizierung für überprüfbare forstliche Herkunft). Im Forstbetrieb Weißenhorn gibt es insgesamt 1.500 Hektar zugelassene Saatgutbestände für 14 verschiedene Baumarten – neben Buche vor allem auch für Eiche, Ahorn und Linde.

Um die Herausforderungen der Klimaveränderung zu meistern, haben die Bayerischen Staatsforsten das Ziel, einen stabilen und klimatoleranten Mischwald zu schaffen. Ein wichtiger Baustein für die Verjüngung des Waldes ist das Saatgut der Bäume, als Grundlage für die nächste Waldgeneration. Im Bereich des Forstbetriebs verjüngt sich der Wald überwiegend selbst, das heißt auf natürliche Weise durch herabgefallende und anfliegende Samen oder Hähersaat. Um in Zukunft auf allen Flächen eine Baumartenvielfalt zu erhalten, ist es dennoch wichtig, die natürliche Verjüngung mit klimatoleranten Mischbaumarten für den zukünftigen Klimawald zu ergänzen. Dazu werden im Forstbetrieb jedes Jahr rund 30 Hektar neu gepflanzt, insbesondere Laubbäume wie Buche und Eiche, aber auch Tanne und Douglasie. Die dafür nötigen Pflanzen bezieht der Forstbetrieb aus dem hauseigenen Pflanzgarten in Laufen, der von den Staatswaldbetrieben mit hochwertigem Saatgut versorgt wird.

Der Forstbetrieb Weißenhorn bewirtschaftet eine Staatswaldfläche von rund 14.500 Hektar Staatswald, im Wesentlichen in den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen. Große zusammenhängende Landwald-Gebiete sind unter anderen der Roggenburger Forst, der Illereicher Wald der Staufener Forst aber auch Staatswälder und um Krumbach und Ettenbeuren. In den historisch bedingt noch vorkommenden nadelholzdominierten Gebieten spielt der Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern eine große Rolle. Auch Teile der Donau- und der Iller-Auwälder werden vom Forstbetrieb bewirtschaftet. Hier ist die Bedeutung der Auwaldstrukturen für den Naturschutz sowie für die Erholung hervorzuheben.

Weitere Informationen zu den Bayerischen Staatsforsten, dem Forstbetrieb Weißenhorn, dem Pflanzgarten in Laufen und zum Thema Waldumbau finden Sie unter:

© Martina Herrmann E-Mail

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