Sie befinden sich hier: Hauptnavigation » Landkreis » Aktuelles » Aktuelle Mitteilungen
Landkreis Neu-Ulm | Aktuelle Mitteilungen | Startseite | Suche LK

Nüßlein will sich für klimafreundliche Energie aus Weißenhorn einsetzen

Brennstoffemissionshandelsgesetz ist für den Landkreis und den Abfallwirtschaftsbetrieb ein rotes Tuch

Wer verbrennt, der schädigt das Klima. Stimmt das? Am Beispiel des Müllheizkraftwerkes (MHKW) Weißenhorn im Landkreis Neu-Ulm (Bayern) kann man erkennen, dass die Rechnung nicht so simpel ist, wie sie scheint. Denn die vermeintlich „böse“ Verbrennungsenergie wird beim Betrieb in zweierlei „gute“, weil klimafreundliche Energie umgewandelt: Strom und Fernwärme. Daher wäre es kontraproduktiv, wenn die Müllverbrennung in den Geltungsbereich des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) einbezogen würde. Am 16. September 2020 kommt der Entwurf der ersten Änderung des BEHG im Gesetzgebungsverfahren in den Deutschen Bundestag.

Im Hinblick darauf besuchte Dr. Georg Nüßlein, Bundestagsabgeordneter aus Münsterhausen (Landkreis Günzburg), jüngst den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) in Weißenhorn und war davon sehr angetan. Stellvertretender Landrat Franz-Clemens Brechtel, Thomas Moritz (Werkleiter des AWB) und Markus Hertel (Geschäftsführer der Fernwärme Weißenhorn GmbH / FWW) informierten ihn über die schädliche Wirkung des BEHG auf die Müllheizkraftwerke in Bayern, die allesamt Strom und/oder Wärme auskoppeln.

Aus der thermischen Behandlung von Abfallstoffen hat der Abfallwirtschaftsbetrieb Weißenhorn im Mittel der vergangenen Jahre 60 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom gewonnen und 45 Millionen ins öffentliche Stromnetz eingespeist. „Davon sind 52 Prozent Grünstrom“, informierte AWB-Leiter Thomas Moritz.

Durch die Wärmeauskopplung konnten dem Gemeinschaftsunternehmen FWW GmbH - Landkreis Neu-Ulm und Stadt Weißenhorn halten je 50 Prozent der Anteile - von der Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes im Oktober 2017 bis Ende 2020 voraussichtlich circa 33.500 Megawattstunden (MWh) zur Verfügung gestellt werden. Dies entspricht einer Einsparung von etwa 8.200 Tonnen Kohlendioxid (CO2) oder rund drei Millionen Liter des fossilen Brennstoffes Heizöl.

„Die Wärme ist eh da, sie ist bereits erzeugt und verbraucht somit keine zusätzlichen Ressourcen“, erläuterte Markus Hertel. Umgerechnet trage das MHKW so dazu bei, den Gegenwert der durchschnittlichen CO2 –Emissionen von 749 Bundesbürgerinnen und -bürger zu vermeiden.

Ende 2020 werden bei einer Netzlänge von insgesamt 20 Kilometern über 200 Gebäude in Weißenhorn klimafreundlich versorgt. „Damit erreichen wir bereits im Jahr 2020 unser Planziel für das Jahr 2023“, stellte Hertel heraus.

„Das MKHW in Weißenhorn ist der größte klimapolitische Wurf des Landkreises Neu-Ulm“, betonte stellvertretender Landrat Franz-Clemens Brechtel. Man steckte die Anlage in die „falsche Schublade“, wenn man sie dem Brennstoffemissionshandelsgesetz unterstellte. „Das wäre ein grober Denkfehler.“ Der öffentlich-rechtliche AWB mit seinem Müllkraftwerk diene der Daseinsvorsorge und nicht dem Brennstoffhandel.

Wer Müllheizkraftwerke „diskriminierend“ normiere, der sei für höhere Kosten pro Jahr in Millionenhöhe verantwortlich. Entsprechend stiegen die Müllgebühren für die Kunden, wodurch wiederum ein Fehlanreiz bei der Müllvermeidung gesetzt werde. Brechtel prophezeite eine Zunahme des Abfallaufkommens sowie mehr Mülltourismus, eine noch schonungslosere Verklappung im Meer und den wieder stärkeren Missbrauch des Waldes als Müllkippe.

Wie war das noch einmal: Wer verbrennt, der schädigt das Klima? Gerade umgekehrt kann es sein: Wer Müllverbrennung verteuert, der drosselt den Umwelt- und Klimaschutz. Das zeigt das Beispiel MHKW Weißenhorn.

Dr. Nüßlein, als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag unter anderem für Umweltpolitik zuständig, zeigte sich begeistert von der tatkräftigen Umsetzung des Umwelt- und Klimaschutzes im Landkreis Neu-Ulm und in der Stadt Weißenhorn. Die gehörten Argumente überzeugten ihn: „Ich nehme eure Botschaft mit nach Berlin.“

© Martina Herrmann E-Mail

Zurück
 

Asyl

Landkreis Neu-Ulm | Aktuelle Mitteilungen | Startseite | Suche LK

Nüßlein will sich für klimafreundliche Energie aus Weißenhorn einsetzen

Brennstoffemissionshandelsgesetz ist für den Landkreis und den Abfallwirtschaftsbetrieb ein rotes Tuch

Wer verbrennt, der schädigt das Klima. Stimmt das? Am Beispiel des Müllheizkraftwerkes (MHKW) Weißenhorn im Landkreis Neu-Ulm (Bayern) kann man erkennen, dass die Rechnung nicht so simpel ist, wie sie scheint. Denn die vermeintlich „böse“ Verbrennungsenergie wird beim Betrieb in zweierlei „gute“, weil klimafreundliche Energie umgewandelt: Strom und Fernwärme. Daher wäre es kontraproduktiv, wenn die Müllverbrennung in den Geltungsbereich des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) einbezogen würde. Am 16. September 2020 kommt der Entwurf der ersten Änderung des BEHG im Gesetzgebungsverfahren in den Deutschen Bundestag.

Im Hinblick darauf besuchte Dr. Georg Nüßlein, Bundestagsabgeordneter aus Münsterhausen (Landkreis Günzburg), jüngst den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) in Weißenhorn und war davon sehr angetan. Stellvertretender Landrat Franz-Clemens Brechtel, Thomas Moritz (Werkleiter des AWB) und Markus Hertel (Geschäftsführer der Fernwärme Weißenhorn GmbH / FWW) informierten ihn über die schädliche Wirkung des BEHG auf die Müllheizkraftwerke in Bayern, die allesamt Strom und/oder Wärme auskoppeln.

Aus der thermischen Behandlung von Abfallstoffen hat der Abfallwirtschaftsbetrieb Weißenhorn im Mittel der vergangenen Jahre 60 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom gewonnen und 45 Millionen ins öffentliche Stromnetz eingespeist. „Davon sind 52 Prozent Grünstrom“, informierte AWB-Leiter Thomas Moritz.

Durch die Wärmeauskopplung konnten dem Gemeinschaftsunternehmen FWW GmbH - Landkreis Neu-Ulm und Stadt Weißenhorn halten je 50 Prozent der Anteile - von der Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes im Oktober 2017 bis Ende 2020 voraussichtlich circa 33.500 Megawattstunden (MWh) zur Verfügung gestellt werden. Dies entspricht einer Einsparung von etwa 8.200 Tonnen Kohlendioxid (CO2) oder rund drei Millionen Liter des fossilen Brennstoffes Heizöl.

„Die Wärme ist eh da, sie ist bereits erzeugt und verbraucht somit keine zusätzlichen Ressourcen“, erläuterte Markus Hertel. Umgerechnet trage das MHKW so dazu bei, den Gegenwert der durchschnittlichen CO2 –Emissionen von 749 Bundesbürgerinnen und -bürger zu vermeiden.

Ende 2020 werden bei einer Netzlänge von insgesamt 20 Kilometern über 200 Gebäude in Weißenhorn klimafreundlich versorgt. „Damit erreichen wir bereits im Jahr 2020 unser Planziel für das Jahr 2023“, stellte Hertel heraus.

„Das MKHW in Weißenhorn ist der größte klimapolitische Wurf des Landkreises Neu-Ulm“, betonte stellvertretender Landrat Franz-Clemens Brechtel. Man steckte die Anlage in die „falsche Schublade“, wenn man sie dem Brennstoffemissionshandelsgesetz unterstellte. „Das wäre ein grober Denkfehler.“ Der öffentlich-rechtliche AWB mit seinem Müllkraftwerk diene der Daseinsvorsorge und nicht dem Brennstoffhandel.

Wer Müllheizkraftwerke „diskriminierend“ normiere, der sei für höhere Kosten pro Jahr in Millionenhöhe verantwortlich. Entsprechend stiegen die Müllgebühren für die Kunden, wodurch wiederum ein Fehlanreiz bei der Müllvermeidung gesetzt werde. Brechtel prophezeite eine Zunahme des Abfallaufkommens sowie mehr Mülltourismus, eine noch schonungslosere Verklappung im Meer und den wieder stärkeren Missbrauch des Waldes als Müllkippe.

Wie war das noch einmal: Wer verbrennt, der schädigt das Klima? Gerade umgekehrt kann es sein: Wer Müllverbrennung verteuert, der drosselt den Umwelt- und Klimaschutz. Das zeigt das Beispiel MHKW Weißenhorn.

Dr. Nüßlein, als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag unter anderem für Umweltpolitik zuständig, zeigte sich begeistert von der tatkräftigen Umsetzung des Umwelt- und Klimaschutzes im Landkreis Neu-Ulm und in der Stadt Weißenhorn. Die gehörten Argumente überzeugten ihn: „Ich nehme eure Botschaft mit nach Berlin.“

© Martina Herrmann E-Mail

Zurück

Aktuelle Mitteilungen

Hüter der Grenzen

Feldgeschworene im Landkreis Neu-Ulm für 50 und 25 Jahre für die Ausübung ihres Ehrenamts geehrt

mehr

Ausstellungen