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Schadstoffe belasten Trinkwasser nicht

Renate Pressl, Expertin für Wasserrecht und Bodenschutz im Landratsamt, erklärt, wo im Unteren Illertal bedenkliche Werte im Grundwasser auftreten und worauf zu achten ist

Das Grundwasser im Unteren Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm kann mit Lösungsmitteln, sogenannten LHKWs, verunreinigt sein. „Die Belastung ist allerdings gegenüber dem Vorjahr tendenziell gesunken“, informiert Renate Pressl, die stellvertretende Leiterin des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ im Landratsamt Neu-Ulm. Sowohl im Bereich Bellenberg und Vöhringen als auch im Bereich Senden, Gerlenhofen und Ludwigsfeld hat sich die Belastung des Grundwassers verbessert.

Wie die Expertin erläutert, ist das Verhalten der LHKW im Untergrund äußerst komplex und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig: „Obwohl die Messungen schon über viele Jahre erfolgen, sind verlässliche Prognosen nicht möglich. Deutungen von Werten sind nicht belegbar.“ Im Interview gibt Renate Pressl Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was sind LHKWs?

Leichtflüchtige, halogenierte Kohlenwasserstoffe. LHKWs wurden früher als Lösungs- und Extraktionsmittel insbesondere in metallverarbeitenden Betrieben oder auch bei  Chemischen Reinigungen eingesetzt.

Woher kommen die Belastungen?

Die Verunreinigungen stammen von der ehemaligen Großreinigung in Bellenberg und der früheren Uhrenfabrik in Senden, hauptsächlich aus den 1970er-Jahren.

Ist das Trinkwasser in den betroffenen Gebieten verunreinigt?

Nein, das Leitungswasser der öffentlichen Wasserversorgung kann uneingeschränkt genutzt werden.

Ist es gesundheitsgefährdend, in den Baggerseen im Illertal zu baden?

Nein, in den Baggerseen kann bedenkenlos gebadet werden. Denn LHKW’s sind leichtflüchtig. Das heißt, die LHKW gehen vom Wasser auf die Luft über, sobald sie mit der Luft in Berührung kommen. In der Luft existieren sie als Spurengas weiter.

Gibt es Einschränkungen aufgrund der LKHW-Belastung? Was empfehlen Sie?

Während der Erntezeit sollten Obst und Gemüse nicht mit Brunnenwasser gegossen wird. Um Früchte und Gemüse  zu säubern, verwenden Sie am besten nur Trinkwasser. Für das Duschen und Baden, auch in Planschbecken, sowie für das Tränken von Nutztieren sollte ebenfalls nur Trinkwasser aus öffentlichen Leitungen verwendet werden.

Welche Bereiche im Landkreis Neu-Ulm sind betroffen?

In Bellenberg sind die Bereiche westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs betroffen. Dort liegt die Belastung zwischen 47 und 18 Mikrogramm (µg) je Liter Wasser.

In Vöhringen bewegen sich die Werte zwischen 16 µg (südlicher Ortsrand) und 12 µg (Stadtgebiet) je Liter. Die vorgeschlagenen Einschränkungen sollten deshalb im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie nach wie vor beachtet werden.

In Senden ist das Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm – Kempten betroffen. Die Werte liegen hier bis maximal 285 µg pro Liter Wasser.

Im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen wurden entlang der Bahnlinie Ulm – Kempten und westlich davon bis zu 26 µg/Liter gemessen.

In Neu-Ulm/Ludwigsfeld liegt der Wert östlich der Memminger Straße bei 14 µg je Liter.

Sie möchten zu den Werten noch etwas anmerken?

Ja, ich möchte herausstellen, dass es sich bei den durchgeführten Beprobungen des Grundwassers jeweils nur um Momentaufnahmen handelt. Soweit Werte über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung (10 Mikrogramm je Liter) gemessen wurden, wird empfohlen, die vorgeschlagenen Einschränkungen nach wie vor zu beachten.

Wo gibt es nähere Informationen?

Alle Informationen sowie Pläne zur Belastung des Grundwassers im Unteren Illertal finden Sie auf der Website des Landkreises Neu-Ulm unter www.lra.neu-ulm.de (Umwelt > Wasserrecht, Bodenschutz > Grundwasser im Unteren Illertal).

© Martina Plaschke E-Mail

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Schadstoffe belasten Trinkwasser nicht

Renate Pressl, Expertin für Wasserrecht und Bodenschutz im Landratsamt, erklärt, wo im Unteren Illertal bedenkliche Werte im Grundwasser auftreten und worauf zu achten ist

Das Grundwasser im Unteren Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm kann mit Lösungsmitteln, sogenannten LHKWs, verunreinigt sein. „Die Belastung ist allerdings gegenüber dem Vorjahr tendenziell gesunken“, informiert Renate Pressl, die stellvertretende Leiterin des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ im Landratsamt Neu-Ulm. Sowohl im Bereich Bellenberg und Vöhringen als auch im Bereich Senden, Gerlenhofen und Ludwigsfeld hat sich die Belastung des Grundwassers verbessert.

Wie die Expertin erläutert, ist das Verhalten der LHKW im Untergrund äußerst komplex und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig: „Obwohl die Messungen schon über viele Jahre erfolgen, sind verlässliche Prognosen nicht möglich. Deutungen von Werten sind nicht belegbar.“ Im Interview gibt Renate Pressl Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was sind LHKWs?

Leichtflüchtige, halogenierte Kohlenwasserstoffe. LHKWs wurden früher als Lösungs- und Extraktionsmittel insbesondere in metallverarbeitenden Betrieben oder auch bei  Chemischen Reinigungen eingesetzt.

Woher kommen die Belastungen?

Die Verunreinigungen stammen von der ehemaligen Großreinigung in Bellenberg und der früheren Uhrenfabrik in Senden, hauptsächlich aus den 1970er-Jahren.

Ist das Trinkwasser in den betroffenen Gebieten verunreinigt?

Nein, das Leitungswasser der öffentlichen Wasserversorgung kann uneingeschränkt genutzt werden.

Ist es gesundheitsgefährdend, in den Baggerseen im Illertal zu baden?

Nein, in den Baggerseen kann bedenkenlos gebadet werden. Denn LHKW’s sind leichtflüchtig. Das heißt, die LHKW gehen vom Wasser auf die Luft über, sobald sie mit der Luft in Berührung kommen. In der Luft existieren sie als Spurengas weiter.

Gibt es Einschränkungen aufgrund der LKHW-Belastung? Was empfehlen Sie?

Während der Erntezeit sollten Obst und Gemüse nicht mit Brunnenwasser gegossen wird. Um Früchte und Gemüse  zu säubern, verwenden Sie am besten nur Trinkwasser. Für das Duschen und Baden, auch in Planschbecken, sowie für das Tränken von Nutztieren sollte ebenfalls nur Trinkwasser aus öffentlichen Leitungen verwendet werden.

Welche Bereiche im Landkreis Neu-Ulm sind betroffen?

In Bellenberg sind die Bereiche westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs betroffen. Dort liegt die Belastung zwischen 47 und 18 Mikrogramm (µg) je Liter Wasser.

In Vöhringen bewegen sich die Werte zwischen 16 µg (südlicher Ortsrand) und 12 µg (Stadtgebiet) je Liter. Die vorgeschlagenen Einschränkungen sollten deshalb im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie nach wie vor beachtet werden.

In Senden ist das Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm – Kempten betroffen. Die Werte liegen hier bis maximal 285 µg pro Liter Wasser.

Im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen wurden entlang der Bahnlinie Ulm – Kempten und westlich davon bis zu 26 µg/Liter gemessen.

In Neu-Ulm/Ludwigsfeld liegt der Wert östlich der Memminger Straße bei 14 µg je Liter.

Sie möchten zu den Werten noch etwas anmerken?

Ja, ich möchte herausstellen, dass es sich bei den durchgeführten Beprobungen des Grundwassers jeweils nur um Momentaufnahmen handelt. Soweit Werte über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung (10 Mikrogramm je Liter) gemessen wurden, wird empfohlen, die vorgeschlagenen Einschränkungen nach wie vor zu beachten.

Wo gibt es nähere Informationen?

Alle Informationen sowie Pläne zur Belastung des Grundwassers im Unteren Illertal finden Sie auf der Website des Landkreises Neu-Ulm unter www.lra.neu-ulm.de (Umwelt > Wasserrecht, Bodenschutz > Grundwasser im Unteren Illertal).

© Martina Plaschke E-Mail

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